04.03.2026, 15:39
So, Freunde des Kufensports. Ab sofort zählt es. In einer Best-of-Five-Serie heißt es im Achtelfinale siegen oder fliegen. Der Gegner ist der EC Peiting. Verzeiht mir die Textlänge, aber da keine Ausgabe des Fanmags ACHT UND VIERZIG mehr erscheint und die Playoff-Ausgabe die Paffenhofer nicht näher beleuchtet, an dieser Stelle eine kleine romantisierende Zusammenfassung unseres kommenden Gegners
Sportliche Konkurrenz:
Innerorts keine. Es gibt zwar ein paar Rasenballerm, die in der Bezirksliga die Kuhweiden unsicher machen, ansonsten gibt es vereinstechnisch im Ort keine Konkurrenz. Außerhalb dafür umso mehr. In der Bayernliga zieht es die interessierten Zuschauer nach Peißenberg, Schongau, Landsberg oder Buchloe, Oberliga-Konkurrenz hat man mit Füssen, Memmingen, Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz und noch thront der ESV Kaufbeuren in der DEL2 in naher Umgebung. Mit einem Schnitt von 707 Zuschauern haben sie die niedrigsten Zahlen der Oberliga, was angesichts der Größe von 12.000 Einwohnern aber auch nicht verwunderlich ist.
Der Ort Peiting:
Ganz wichtig - der Ort hat mehrere Kirchen! Ich selbst verirrte mich bei Schneefall auf dem Weg zum Hotel und hatte in meinem Suffkopp nur noch abgespeichert, dass unser Hotel direkt an einem Gotteshaus lag. Dementsprechend ernüchtert war ich, als ich dachte, das Hotel gefunden zu haben, aber bei der falschen Kirche war. Das Marktstädtchen selbst gibt es seit der Steinzeit, im 14. Jahrhundert wurde es aber von Erdbeben und der Pest heimgesucht. Davon abgesehen gibt es keine nennenswerten Ausgehmöglichkeiten und möchte man nach der langen Fahrt vor dem Spiel noch einen Gaumenschmaus zu sich nehmen, gibt es folgende Empfehlungen: Der Gasthof Zechenschenke hat dienstags geschlossen, die Pizzeria A Casa hat dauerhaft geschlossenund daher wäre erste Wahl das Central Café am Hauptplatz. Bahnreisende finden es der Müllerstraße folgend. Autoreisende würde ich noch den Tipp des Löwenhofs in der Altstadt Schongaus oder den Lechwirt (direkt am Lech gelegen) westlich des Lechs gelegen geben. Einmal über die Brücke rüber und man ist wieder in Peiting.
Der Club:
Der EC Peiting hat vor Saisonbeginn eine Logotransformation bekanntgegeben und den Zusatz "Gallier" mit aufgenommen. Man versteht sich selbst als gallisches Dorf und Peter Gast ergänzte: "Wir machen keine verrückten Dinge, nichts unüberlegt und werden auch nie mehr Geld ausgeben als wir haben. Mit dem neuen Logo gehen wir selbstbewusst in die Zukunft - als kleine, aber feine Gemeinschaft, die niemals aufgibt, sondern immer wieder aufs Neue zeigt, was mit Zusammenhalt und Leidenschaft möglich ist." In den letzten 10 Jahren erreichte man 1x das Halbfinale, 4x das Viertelfinale und 3x das Achtelfinale. Der ECP ist ein typischer Oberligist, der eine hervorragende Jugendarbeit macht, finanziell als eingetragener Verein aber auch mit einem Gesamtetat weniger als einer Million Euro zu den kleinen Fischen im Haifischbecken Oberliga gehört. Ehrliche Arbeit, Vertrauen in die Jugend, finanziell keine Wagnisse - das ist Peiting. Zu dieser Saison verloren sie u.a. Felix Beauchemin-Brassard als Top-Scorer und in der Defensive gab es einen kleinen Umbruch, sodass der 6. Platz erst relativ spät erreicht werden konnte. Ursache dafür war vor allem der Trainerwechsel im Dezember.
Der Trainer:
Anfang Dezember zog man die Reißleine und entließ John Sicinski, mit dem man letzte Saison das schlechteste Ergebnis der letzten Dekade einfuhr. Mit dem Absturz auf Platz 11 drohte ein neuer Negativrekord. Neun Tage später stellte man Landon Gare als unerfahrenen Cheftrainer an die Bande, Peiting ist seine erste Trainerstation. Nach seinem Karriereende 2021 (nach einem Schlaganfall) wechselte er als Assistent Coach hinter die Bande in Selb, um dort Teil der Aufstiegsmannschaft zur DEL2 zu sein. Dort verbrachte er die letzten drei Jahre, umso überraschender, dass er nun in peiting ist. Mit 765 Punkten aus 453 spielen hatte er in Selb einen Legendenstatus inne. Markant war er für seinen Siegeswillen, da er es nach eigener Aussage "hasst, zu verlieren."
Die Spieler:
John MacKinnon (75 Pkt.), Justin Maylan (69 Pkt.) und Carson Brière (67 Pkt.) sind in den Top-15 der Oberliga Süd wiederzufinden und das Wohl und Wehe des ECP hängt mit der Trefferquote dieser drei ab, die auch die erste Sturmreihe bilden. Sie sind in etwa auf Augenhöhe mit Anderson und Ritchie, die allesamt vor ihrem Deutschland-Engagement schon in Frankreich aktiv waren, dem bevorzugten Scoutingmarkt der Peitinger. In der Defensive sind der Ur-Garmischer Simon Mayr und der 25-jährige Deutsch-Slovene Christian Obu zu erwähnen. Danach gibt es allerdings einen deutlichen Qualitätsabfall und weder Thommi Steffen, noch Andreas Magg kommen unter die Top 10 der Goalies (beide in etwa mit gleich vielen Einsätzen).
Fazit:
Die Indians sind haushoher Favorit und müsste ich mich auf einen Tipp festlegen, würde ich ein 4:1 3:1 in der Serie für die Indians tippen. Deren erste Reihe weiß auf jeden Fall wo das Tor steht, war aber im Februar immer mal wieder wegen Sperren und kleinen Wehwehchen gesprengt. Ohne die drei Konti's läuft bei Peiting nichts und wenn man erst einmal auf der Verliererstraße ist, dann kann's auch deftig werden. Allen Reisenden viel Spaß und eine Bitte an unsere Kurvenmitte, dortige Halle (2.500 Plätze) respektvoll zu behandeln und nicht mit Aufklebern zu tapezieren, vielen Dank. Denn der Club arbeitet vorbildlich und auf Entscheidungsebene ehrenamtlich.
Edit: Danke für den Hinweis. Kleiner Tippfehler.
Sportliche Konkurrenz:
Innerorts keine. Es gibt zwar ein paar Rasenballerm, die in der Bezirksliga die Kuhweiden unsicher machen, ansonsten gibt es vereinstechnisch im Ort keine Konkurrenz. Außerhalb dafür umso mehr. In der Bayernliga zieht es die interessierten Zuschauer nach Peißenberg, Schongau, Landsberg oder Buchloe, Oberliga-Konkurrenz hat man mit Füssen, Memmingen, Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz und noch thront der ESV Kaufbeuren in der DEL2 in naher Umgebung. Mit einem Schnitt von 707 Zuschauern haben sie die niedrigsten Zahlen der Oberliga, was angesichts der Größe von 12.000 Einwohnern aber auch nicht verwunderlich ist.
Der Ort Peiting:
Ganz wichtig - der Ort hat mehrere Kirchen! Ich selbst verirrte mich bei Schneefall auf dem Weg zum Hotel und hatte in meinem Suffkopp nur noch abgespeichert, dass unser Hotel direkt an einem Gotteshaus lag. Dementsprechend ernüchtert war ich, als ich dachte, das Hotel gefunden zu haben, aber bei der falschen Kirche war. Das Marktstädtchen selbst gibt es seit der Steinzeit, im 14. Jahrhundert wurde es aber von Erdbeben und der Pest heimgesucht. Davon abgesehen gibt es keine nennenswerten Ausgehmöglichkeiten und möchte man nach der langen Fahrt vor dem Spiel noch einen Gaumenschmaus zu sich nehmen, gibt es folgende Empfehlungen: Der Gasthof Zechenschenke hat dienstags geschlossen, die Pizzeria A Casa hat dauerhaft geschlossenund daher wäre erste Wahl das Central Café am Hauptplatz. Bahnreisende finden es der Müllerstraße folgend. Autoreisende würde ich noch den Tipp des Löwenhofs in der Altstadt Schongaus oder den Lechwirt (direkt am Lech gelegen) westlich des Lechs gelegen geben. Einmal über die Brücke rüber und man ist wieder in Peiting.
Der Club:
Der EC Peiting hat vor Saisonbeginn eine Logotransformation bekanntgegeben und den Zusatz "Gallier" mit aufgenommen. Man versteht sich selbst als gallisches Dorf und Peter Gast ergänzte: "Wir machen keine verrückten Dinge, nichts unüberlegt und werden auch nie mehr Geld ausgeben als wir haben. Mit dem neuen Logo gehen wir selbstbewusst in die Zukunft - als kleine, aber feine Gemeinschaft, die niemals aufgibt, sondern immer wieder aufs Neue zeigt, was mit Zusammenhalt und Leidenschaft möglich ist." In den letzten 10 Jahren erreichte man 1x das Halbfinale, 4x das Viertelfinale und 3x das Achtelfinale. Der ECP ist ein typischer Oberligist, der eine hervorragende Jugendarbeit macht, finanziell als eingetragener Verein aber auch mit einem Gesamtetat weniger als einer Million Euro zu den kleinen Fischen im Haifischbecken Oberliga gehört. Ehrliche Arbeit, Vertrauen in die Jugend, finanziell keine Wagnisse - das ist Peiting. Zu dieser Saison verloren sie u.a. Felix Beauchemin-Brassard als Top-Scorer und in der Defensive gab es einen kleinen Umbruch, sodass der 6. Platz erst relativ spät erreicht werden konnte. Ursache dafür war vor allem der Trainerwechsel im Dezember.
Der Trainer:
Anfang Dezember zog man die Reißleine und entließ John Sicinski, mit dem man letzte Saison das schlechteste Ergebnis der letzten Dekade einfuhr. Mit dem Absturz auf Platz 11 drohte ein neuer Negativrekord. Neun Tage später stellte man Landon Gare als unerfahrenen Cheftrainer an die Bande, Peiting ist seine erste Trainerstation. Nach seinem Karriereende 2021 (nach einem Schlaganfall) wechselte er als Assistent Coach hinter die Bande in Selb, um dort Teil der Aufstiegsmannschaft zur DEL2 zu sein. Dort verbrachte er die letzten drei Jahre, umso überraschender, dass er nun in peiting ist. Mit 765 Punkten aus 453 spielen hatte er in Selb einen Legendenstatus inne. Markant war er für seinen Siegeswillen, da er es nach eigener Aussage "hasst, zu verlieren."
Die Spieler:
John MacKinnon (75 Pkt.), Justin Maylan (69 Pkt.) und Carson Brière (67 Pkt.) sind in den Top-15 der Oberliga Süd wiederzufinden und das Wohl und Wehe des ECP hängt mit der Trefferquote dieser drei ab, die auch die erste Sturmreihe bilden. Sie sind in etwa auf Augenhöhe mit Anderson und Ritchie, die allesamt vor ihrem Deutschland-Engagement schon in Frankreich aktiv waren, dem bevorzugten Scoutingmarkt der Peitinger. In der Defensive sind der Ur-Garmischer Simon Mayr und der 25-jährige Deutsch-Slovene Christian Obu zu erwähnen. Danach gibt es allerdings einen deutlichen Qualitätsabfall und weder Thommi Steffen, noch Andreas Magg kommen unter die Top 10 der Goalies (beide in etwa mit gleich vielen Einsätzen).
Fazit:
Die Indians sind haushoher Favorit und müsste ich mich auf einen Tipp festlegen, würde ich ein 4:1 3:1 in der Serie für die Indians tippen. Deren erste Reihe weiß auf jeden Fall wo das Tor steht, war aber im Februar immer mal wieder wegen Sperren und kleinen Wehwehchen gesprengt. Ohne die drei Konti's läuft bei Peiting nichts und wenn man erst einmal auf der Verliererstraße ist, dann kann's auch deftig werden. Allen Reisenden viel Spaß und eine Bitte an unsere Kurvenmitte, dortige Halle (2.500 Plätze) respektvoll zu behandeln und nicht mit Aufklebern zu tapezieren, vielen Dank. Denn der Club arbeitet vorbildlich und auf Entscheidungsebene ehrenamtlich.
Edit: Danke für den Hinweis. Kleiner Tippfehler.


Nimm's doch nicht so genau, wo er sich solche Mühe gegeben hat
